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Skizzen und Referenzen – nützlich oder umsonst?

Willkommen zum zweiten Teil der Zeichentutorialserie. Bevor es mit Themen „wie zeichne ich xy in 3 Schritten“ logsgeht noch ein wichtiges Grundthema. Skizzen und Referenzen!

Bevor ich mich an ein Bild wage gibt es verschiedenste Vorarbeit zu leisten. Man kann auch einfach drauf loszeichnen, aber dann kommt auch einfach irgendetwas heraus. Wenn man gegen Skizzen ist, so sollte man sich dennoch zumindest eine Skizze im Kopf anfertigen und sich Gedanken machen. Selbst wenn das Bild im Dada-Stil sein soll, im Grunde keinen Sinn hat, wird durch das Nachdenken erst der Impuls dazu gesetzt.

In vielen Foren wird auf Künstlern herumgehackt, die Referenzen verwenden, aber dabei wird meist übersehen, dass alle bekannten Künstler sich an der Vergangenheit orientieren. Es gibt dort viel zu lernen und etwas Grundwissen schadet nicht, damit kann man den eigenen Bildern noch viel mehr Bedeutung geben. Auch können Referenzen hilfreich sein, wenn eine bestimmte Pose zu schwierig für die eigene Darstellung ist. Wieso sollte die Verwendung von Referenzen schlecht sein, wenn man dadurch nur das eigene Werk verbessert?

Die Verwendung von Referenzen sollte man nicht mit der reinen Kopie eines Bildes verwechseln. Ein richtiges Bild hat auch von sich aus Leben, künstlerische Intention. Diese Intention ist durch Farbwahl, Komposition, Motivveränderungen, Adaption etc… ausdrückbar. Da bleibt nur mehr die Frage offen, was denn ein richtiges Bild ist?

Übrigens im Internet ist die Kopie in Künstlerkreisen ziemlich verrucht, aber in Kunstschulen und Universitäten wird gerade durch die Kopie anfangs alles beigebracht. Bevor es die abstrakte Kunst gab, bevor es die Fotografie gab, war doch das Hauptziel eines Bildes genau dies, die Kopie der Realität zu sein. Ich verstehe nicht, warum jetzt von manchen Personen so ein Theater darum gemacht wird. Gut, Urheberrecht hin und her, natürlich sollte man Kopien von fremden Werken nicht veröffentlichen. Wer will schon im schlimmsten Fall mit einer Klage vom Rechteinhaber rechnen? Aber die meisten Zeichner mit professionelleren Absichten haben nicht mit den Abzeichnen des Lebens begonnen, sondern mit den Abzeichnen von anderen Werken. Es ist auch viel leichter etwas 2-dimensionales wieder in etwas 2-dimensionales zu verwandeln, auch kann man aus anderen Bildern viele nützliche Tipps für die eigenen Werke heraussaugen.

Ich selbst halte es für besonders wichtig das Anfänger so viel kopieren, wie es ihnen nur möglich ist. Anfangs geht es einfach nur einmal darum sich an den Schwung des Linienziehens zu gewöhnen.

Skizzen eröffnen erst wie viel Möglichkeiten in einem einzigen Motiv stecken können, wie es unterschiedlich betrachtet etwas ganz Neues sein kann. Ich selbst skizzere mir bei Bildern, bei denen eine Referenzverwendung klar ist, zuerst ganz grob und schnell die Grundidee auf. Danach suche ich brauchbares Material und baue in meinen Kopf eine verbesserte  neue Version der ersten Skizzen zusammen, die dann auf Papier oder in eine Datei übertragen wird.
Digital fertige ich auch immer eine Farbskizze an, bei der ich einfach schnell einmal das Bild coloriere und die Farben dann anpasse. Auf Papier gehe ich ähnlich vor, nur passiert hier der meiste Prozess im Gehirn und ich habe nur ein Blatt Papier auf denen ich die Wirkungen der unterschiedlichen Farben in Kombination teste.

Dies sind meine eigenen Verwendungen von Skizzen und Referenzen, die vielleicht für andere nicht optimal sind, aber für mich selbst perfekt. Ihr solltet nur nicht vergessen, dass Skizzen, Kopien und Referenzen nicht gleich etwas Schlechtes sind 😉 und für jede Person einen ganz individuellen Weg zu einem Endergebnis beinhalten können.

Und wie ist eure Einstellung dazu?

Übung 02

Zeichne etwas, dass du noch nie gezeichnet hast z.B. einen dreiköpfigen Hund, einen Lastwagen voller Bücher, Vincent VanGogh etc… Verwende keine Vorskizzen, suche dir keine Referenzen zusammen und überlege dir schon gar nicht wie das Ding jetzt überhaupt aussieht..

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7 thoughts on “Skizzen und Referenzen – nützlich oder umsonst?”

  1. Puh das scheint wohl so ein neuer Trend der Post zu sein. Oo Bei mir kommt auch alles so an in letzter Zeit… X___x Ist aber alles angekommen soweit, hoffe du hast dich bissel gefreut. ^^

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  2. Nachdem ich den Titel gelesen hatte, dachte ich mir irgendwie „Wtf, was kommt da jetzt? Wie kann man sich diese Frage ernsthaft stellen – vor allem als kreativ tätige Person?? oO“. Aber nachdem ich jetzt den ganzen Post kenne, macht es so schon Sinn. :3
    Ich finde ja, dass man – sofern man künstlerisch in eine Richtung gehen möchte, in der die Ähnlichkeit mit der Realität eine Rolle spielt – um Skizzen und Referenzen sowieso nicht herumkommt. Den Menschen will ich sehen, der eine korrekte Hand aus dem Nichts heraufbeschwören und ohne Vorskizze zeichnen kann. (Also nur durch logisches Denken, ohne seine eigene zu betrachten – zählt ja auch schon als Referenz.)
    Das Einzige, wofür man meiner Meinung nach keine Vorskizze braucht, sind Telefonkritzeleien. 😀

    Skizzen, Kopien und Referenzen sind gut und wichtig für uns alle – ich kann mir wirklich nicht vorstellen, was man daran verwerfliches finden könnte. 1:1 abzeichnen und dann als eigene Arbeit ausgeben natürlich ausgeschlossen. :3

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  3. Cool! Also das du so schnell im Studium bist (im Gegensatz zu mir XD)
    Na dann auf jeden Fall viel Erfolg :3

    Ich finde es gerade dann komisch, dass man sich im Internet so schnell streitet, eben weil man Dinge sagt,d ie man vielleicht sonst so „face to face“ nicht sagen würde und das finde ich dann doof. Ich finde, das Internet sollte keine Erlaubnis oder Einladung für ein solches Verhalten geben, haha. XD

    Aber jap! Die Seite ist auf jeden Fall gut, wenn man Sachen loswerden möchte 🙂

    Ich finde deinen Post echt gut geschrieben und so macht es auch Sinn. Ich hab damals (:D) auch gerne gezeichnet und eben auch einfach mal eine Zeichnung „kopiert“, so gut es geht. So kommt man erst einmal in Schwung, wie du bereits gesagt hast, und man hat es dann später viel leichter weiter zu zeichnen. Auch hilft es der eigenen Kreativität.

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  4. ich hab deinen eintrag noch gestern abend im bett verschlungen und kommentiere jetzt kurz aus dem gedächtnis heraus^^

    ich finde du schreibst sehr angenehm und bringst alles immer auf den punkt!

    ich denke, gerade was zeichnen und malen betrifft, lernt man am besten durch kopieren. ich kann jetzt eigentlich nur nachplappern, was du eh schon geschrieben hast, dass man erst mal ein gefühl für den stift/pinsel braucht etc.

    also du das erwähntest „Es ist auch viel leichter etwas 2-dimensionales wieder in etwas 2-dimensionales zu verwandeln“

    musste ich an eine ausstellung denken in der ich in salzburg war. da wurden zweidimensionale zeichnungen in dreidimensionale abbilder geformt. schwer zu erklären, jedenfalls waren die „skulpturen“ dementsprechend verzerrt.
    vllt hilft der link beim verständnis http://www.evanpenny.com/ ^^

    ich weiß, dass passt eigentlich gar nicht dazu, aber ich fand das so interessant und mir kam das gleich in den kopf geschossen XD

    LG ria

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  5. Ich muss mich deinem Post anschließen, vor allem auch deswegen weil ich mein Geld mit Kopien verdiene. xD
    Solange man nicht anfängt zu behaupten dass man etwas selbst gemacht hat obwohl es an etwas anderes angelehnt ist, ist für mich da nichts schlimmes dabei.
    Im Gegenteil, ist ja ein Kompliment wenn man etwas von einem anderen Künstler ansieht und kopiert oder als Vorlange verwendet.

    Liebe Grüße

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  6. Ich verstehe überhaupt gar nicht was schlimm daran ist Referenzen zu nutzen. Besser kann man doch verschiedene Perspektiven/Proportionen/Möglichkeiten Dinge darzustellen nicht erlernen. Ich bspw kopiere kein komplettes Bild sondern nutze Referenzen um bspw eine bestimmte Körperhaltung darzustellen…was anderes verstehe ich auch unter „Referenz“ nicht.

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