Reviews

B wie der Besucher

Der Besucher von Sarah Waters

Story
Der Arzt Faraday kennt das Anwesen Hundreds Hall seit seinen Kindertagen und da er selbst eher in einer bescheidenen Behausung lebt, übt es über all die Jahre noch eine seltsame Faszination auf ihn aus. Eines Tages wird er wegen der kranken Betty, das neue Hausmädchen, dorthin beordert. Betty erzählt ihn von seltsamen Geschehnissen und auch die anderen Hausbewohner scheinen etwas zu ahnen, doch verdrängen es die ganze Zeit, so wird auch er immer mehr in dieses große Mysterium um das Anwesen und seine Bewohner gezogen.

Hundreds Hall, ein majestätisches Anwesen im ländlichen England. Hier wohnt die verwitwete Mrs. Ayres mit ihren erwachsenen Kindern Caroline und Roderick. Als der Landarzt Dr. Faraday wegen eines Notfalls herbeigerufen wird, ist er wie gebannt von der geheimnisvollen Atmosphäre des Hauses. Schon bald erfährt er, dass in Hundreds Hall merkwürdige Dinge geschehen: Möbelstücke, die ein Eigenleben führen, kryptische Zeichen, die plötzlich an den Wänden auftauchen, bedrohliche Geräusche, die unerklärbar scheinen. Dr. Faraday begegnet der wachsenden Panik der Familie zunächst mit Ruhe und Beschwichtigung. Doch das Schicksal der Ayres nimmt unaufhaltsam seinen Lauf und ist enger mit seinem eigenen verwoben, als er ahnt … 

Eigene Meinung
Ein nettes Buch für Zwischendurch, dass zwar mit der Versprechung des Unheimlichen auftritt, aber im Grunde es bei einer leisen Ahnung belässt. Meine Fantasie hat sich während des Buches immer mehr ausgemalt als wirklich da war. Es war eine dieser typischen Horrorgeschichten, die einfach immer weitergelesen werden, weil das Ende mit Erwartungen verheißt, aber die zwischendurch auch etwas zach sind, weil gar nichts passiert. Das Buch spielt damit, den Leser im normalen Alltag einzuhüllen, nur um ihn dann wieder daraus zu entreißen.

Leider gibt es auch ein paar wenige Logiklücken in den Buch und sehr vieles wird auch gegen Ende nicht aufgeklärt. Es wirkt ein wenig so, als wäre der Anfang mit anderen Plänen geschrieben worden, als es zu Ende gegegangen ist. Auch sind viele Handlungen der Hauptcharaktere nicht nachvollziehbar und scheinbar reine Zwanghandlungen, um die Geschichte weiter zu treiben. Der Roman beschreibt gut die schweren Zeiten des Nachkrieges in England und das war auch spannend zu lesen, doch sind die beiden Schichten von Sozialstudie und Gruselmärchen nicht wirklich miteinander verwoben. Sie schaden einander eher nach meiner Meinung.

Ich war sehr vom Ende enttäuscht, weil es zwar vom Wahnsinn erzählt, aber sich selbst auch etwas widerspricht. Menschen, die Geschichten mit glaubhaften Hintergrund lieben werden das Buch gewiss gerne lesen, nur sollte man sich bewusst sein, dass es immer noch eine Horrorgeschichte ist und die nicht gerade den Hauptfokus auf die Realität legen 😉

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2 thoughts on “B wie der Besucher”

  1. Uff, so viele Bücherposts! xD

    Die Story von „Der Besucher“ spricht mich gar nicht an. Zum einen die „Epoche“ (ich mag diese Nachkriegsromane nicht), zum anderen klingt alles sehr klischeehaft. Und wenn dann auch noch Logikfehler drin sind, wie du schreibst: nein, danke. oO

    Freut mich aber, dass du wieder so aktiv bist!

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  2. Wenn wirklich Logiklücken da sind, ist das wirklich schade :/

    Ich mag Horrorgeschichten jeder Art eigentlich sehr gern, aber wenn sich die Story sozusagen selbst im Weg steht… Nee, dann lieber doch nicht ^^“
    Vor Allem, wenn am Ende ein paar Sachen nicht aufgeklärt werden o.o“

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