Laberei

I am a MPDG

 

Ich lebe nur für andere, wirke mysteriös und bin in Wirklichkeit total flach, da sich alles nur um den Hauptcharakter dreht. Übertreiben wir es einmal, an sich ist an den Manic Pixie Dream Girl nichts Schlimmes. Wenn ein Mensch so sein will oder so ist, dann ist er es auch einfach, jedoch habe ich schon im letzten Artikel anklingen lassen, dass es ein paar Punkte gibt, die nicht so astrein sind.


Ich persönlich bin von Männern schon für ein MPDG gehalten worden, sehr wahrscheinlich kannten sie nicht einmal diesen Begriff und es war ihnen nicht klar was sie beeinflusst, doch MPDG werden auf eine sexuelle Fantasie reduziert und wie eine seltene Sammelkarte gejagt… solange bis klar wird, dass hinter dem Menschen auch wirklich ein Mensch steht. Ein Mensch, der in seinen Leben vielleicht sogar noch erfolgreicher als der Jäger ist und dann ist man unten durch. Menschen, die sich ein MPDG als Freundin suchen, wollen Spannung in ihr Leben, doch im selben Atemzug auch besser als sie sein. Dieser harmlose Stereotyp ist nichts als eine weitere Machtfantasie. Frauen sind nur dazu da Männer zu vervollständigen. Am Ende ist der Junge oder der Mann immer noch der Hauptcharakter und die MPDGs bleiben absichtlich unterentwickelte Zweitcharaktere. Der einzige Sinn ihre geskripteten Daseins ist es das Leben des Hauptcharakters zu erhellen.

Doch nicht alle MPDGs bleiben dies, Ramona Summer aus Scott Pilgrim vs. the world wird zwar im Film hauptsächlich als ein MPDG dargestellt, doch im Comic steckt viel mehr hinter ihr. Teilweise parodiert der Film auch diesen Stereotypen, weil wir dadurch erkennen, dass Scott die richtige Ramona nie kennen gelernt hat, weil er seine Wunschfantasien auf sie produziert hat, so zumindest deute ich die letzten Szenen, auch wenn Ramona während des Filmes ihren Stereotypen wirklich alle Ehre macht.

Ich selbst identifiziere mich auch ein wenig mit diesen Stereotypen und als ich das erste Mal von ihm gehört habe, da habe ich auch begonnen meine Beziehungen in meiner Vergangenheit ein wenig zu hinterfragen. Ich rede nicht gern über mich selbst, über mich selbst schreiben kein Problem, aber über mich selbst reden ist immer mit einer gewissen Anstrengung verbunden, deshalb durchschauen mich Menschen nicht immer. Genauso bin ich ein wenig schräg drauf im Vergleich zu unseren Klischeemädchen aus anderen Serien. Kommen wir zur Sache ich wundere mich ob nicht nur andere mich mit diesen Stereotypen identifizieren, sondern ob auch ich mich selbst unbewusst an ihm orientiert habe. Zwei meiner absolut liebsten Charaktere sind MPDGs… auf den ersten Blick wirken sie auch selbstbestimmt und stark, doch ihr Sinn ist es dann doch nur anderen die schönen Dinge des Lebens näher zu bringen. Auch eines der Dinge, die ich selbst wirklich gern tue, doch verkomme ich dadurch so wie der Stereotyp nicht gewissermaßen als Mittel zum Zweck?

Ich glaube nicht, doch das Verhalten anderer Menschen, die auf solches Verhalten herabsehen stößt mir sauer auf. Ich finde es bedenklich wie andere Menschen mit Real Life MPDGs umgehen. Die sind nicht nur zum anhimmeln oder herabsehen da, die sind richtige Menschen und haben Hintergrund, Probleme, Erfolge und was auch immer.

Wie geht es euch mit diesen Stereotypen, erkennt ihr euch ein wenig in ihm wieder? Mögt ihr ihn oder verabscheut ihr ihn doch abgrundtief?

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